Sitzleder und ein langes Leben

 

Gott und der Forschung sei es gedankt, dass die Menschen immer älter werden. Das ist auch zwingend notwendig, wenn man wichtige Neubauten in Zürich noch erleben möchte. Wie zum Beispiel das neue Kinderspital in Zürich Lengg, wo am 4. Mai der Spatenstich erfolgte. "32 Jahre sind seit dem Entscheid, ein neues Kinderspital zu bauen, vergangen", schreibt der Tages-Anzeiger.  Ende 2022 soll es bezugsbereit sein. Das wären dann summa summarum 36 Jahre. Für den Normalbürger mit einer Aufmerksamkeitsspanne von acht Sekunden ist das schon sehr lang. Angeblich können sich sogar Goldfische länger auf eine Sache konzentrieren. Wer also beim Entscheid für den Neubau selbst noch ein Kind war, hat also gute Chancen, dereinst mit seinen eigenen Kindern nach Lengg gehen zu können. Wer beim Entscheid jedoch schon in einem "federführenden" Alter war, dürfte die Eröffnung vielleicht gerade noch erleben, bevor eine altersbedingte Vergesslichkeit ihm die letzten schönen Erinnerungen daran raubt. Klar, sind 36 Jahre viel zu lang. Und war diese Zeitspanne zu Beginn bereits absehbar? Wahrscheinlich nicht. Muss man auch zukünftig mit solch langen Planungszeiträumen rechnen? Eher ja. Aber es gibt Instrumente, um über so lange Zeiträume planen oder sogar voraussagen zu können, wann es zum Spatenstich kommt. Wir arbeiten damit. Glatteis weiss wie. 

 

 
Ingeborg Spillmann